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Geschichte und Chronik von Angfurten

Diese Seite ist eine lockere Zusammenfassung der “Chronik des Dorfes Angfurten von 1467 bis 1999” die von dem Angfurtener Siegfried Haertel verfasst und von der Dorfgemeinschaft Angfurten e. V. herausgegeben wurde.
Die folgenden Angaben entsprechen dem Kenntnisstand zum Herausgabezeitpunkt der Chronik und erheben keinen Anspruch auf Vollst├Ąndigkeit.
Die Chronik besteht aus 223 Seiten und beinhaltet neben geschichtlichen Daten und Karten auch viele pers├Ânliche Erinnerungen der Angfurtener B├╝rger und eine Vielzahl von alten und neueren Fotos des Dorfes und seiner Bev├Âlkerung.
Die Chronik ist in Buchform zu erwerben. Bitte wendet euch an den Vorstand oder an webredaktion @ angfurten.de.

Anger hei├čt auf altdeutsch Grundst├╝ck oder Weide. Furt ist eine seichte Stelle eines Baches, der durchfahren werden kann.

1467 gibt es eine erste urkundliche Nennung eines “Gerlach von Antforden”, der an einer “bergischen Grenzumgehung um das Eigen von Eckenhagen im Amt Windeck” teilnimmt. (Einer der Grenzsteine (Looch Sten) steht heute noch im Naturschutzgebiet Dornhecke.)

1555 werden in den Akten des Rentmeisters Reinhard Stappenhoefer ├╝ber die Erhebung der bergischen Landsteuer im “Kyrspil Wiell” die ersten Einwohner “Zu Antforden” aufgef├╝hrt.

1575 ist der Ort in der Karte des Bergischen Amtes Windeck und der Herrschaft von Arnold Mercator, kartiert.

Um 1750 waren folgende H├Ąuser in Angfurten erbaut worden: Doppelhaus Erich Breidenbach/Karl Dannenberg, Haus Heinrich Ohl/Hedwig Reusch und Haus Paul Breidenbach.
Nach der Erl├Ąuterung von Fritz Mortsiefer wurden Fachwerkh├Ąuser folgenderma├čen gebaut: Nach der Fertigstellung des Fachwerks mussten die W├Ąnde gefertigt werden. Die Querh├Âlzer, die aus Eiche waren, sind zun├Ąchst waagerecht zwischen das Fachwerk in die vorher ausgestemmten Nuten eingeklemmt worden. Die Querh├Âlzer hie├čen “Stevern”. ... Danach sind die “Riffeln” oder “Ruten” senkrecht zwischen die “Stevern” geflochten worden. Jeder im Dorf der Zeit hatte, holte Lehm und Stroh. Mit den F├╝├čen wurde geknetet. Dann wurde die Masse an das oben beschriebene Geflecht angeworfen und aufgetragen, bis auf f├╝nf Millimeter, damit noch innen und au├čen verputzt werden konnte. Das Material dazu wurde aus gel├Âschtem Kalk und den ausgek├Ąmmten Haaren der K├╝he zusammengestellt.

1817 war als “Einwohner der B├╝rgermeisterei Wiehl” Angfurten mit 88 Einwohnern gemeldet. 1831 waren es 71 Einwohner und 1843 84 Einwohner.

1898 waren in einer Handzeichnung des K├Âniglichen Katasteramtes im “Hof Angfurten” 7 H├Âfe und Geb├Ąude kartiert. Eines der Geb├Ąude ist in vier Einheiten unterteilt.

Um 1900 mahlten die Angfurtener ihr Korn in der Felderm├╝hle, die nach einem Brand von der Familie Schenk 1904 wieder aufgebaut wurde. Auch die Remperger M├╝hle wurde von den Angfurtenern genutzt. Die Firma Bubenzer (Fam. Bubenzer aus Angfurten) hat diese M├╝hle renoviert und umgebaut und nutzt sie heute als Firmensitz.

Bis 1912 bestand die Wasserversorgung aus eigenen Brunnenanlagen (Bornen), die meist in den Gew├Âlbekellern der H├Ąuser angelegt waren. Es wurde ein “Wasserwerk” f├╝r B├╝ttinghausen und f├╝r Angfurten gegr├╝ndet. Die Wasserleitungen wurden von beiden Ortschaften in viel Eigenleistung gebaut. Es handelte sich um eine “selbstflie├čende” Leitung, die ├╝ber 70 Jahre lang die Wasserversorgung sicher stellte.
Die Quellen im Sengberg, der Sang und weitere kleine Quellen im Tal Richtung Feld wurden zusammen gef├╝hrt und in einem Sammelbecken auf den Wiesen der Sang gesammelt. Mit der Zeit verrosteten die Eisenleitungen und wurden in Eigeninitiative durch Plastikrohre ersetzt.

1918 wurde mit B├╝ttinghausen die “Elektrizit├Ątsgenossenschaft B├╝ttinghausen” gegr├╝ndet. Die Genossenschaft bestand bis 1993.

Von 1920 gibt es eine Postkarte, die eine Ortsansicht von Angfurten zeigt.

1928 wurde die Seilbahn der “Steenk├╝hler” (Steinbrucharbeiter) vom Steinbruch in der “Sang” (├Âstlich von Angfurten), bis zur Verladestation am Bahnanschluss in Oberwiehl, erbaut. Die Ruinen der Verladestelle in der Sang und Betonsockel der Seilbahnst├╝tzen in den Weiden, sind heute noch zu sehen, so dass der Verlauf der Seilbahn noch erkennbar ist. (Fotos der “Steenk├╝hler” gibt es bereits von 1910.) (s. Beschreibung des Angfurtener Wappens)

1935 nahm Angfurten an einem Umzug teil und erzielte mit seinem Erntedankwagen den ersten Platz.

1939 bis 1945 mussten auch Angfurtener M├Ąnner in den Zweiten Weltkrieg ziehen. Die Namen der Gefallenen werden auf den Tafeln am Ehrendenkmal in B├╝ttinghausen und an der Wiehler Kirche genannt.
Angfurten selber blieb, bis auf zwei Scheunen, die durch Brandbomben zerst├Ârt wurden, im Krieg unversehrt.

1959 gab es einen Wassernotstand und B├╝ttinghausen und Angfurten prozessierten gegen die Gemeinde Wiehl, um das Recht die Wasservorr├Ąte des ehemaligen Bergwerkstollens (H├Âhle entstand durch den Abbau von Eisenerz) nutzen zu k├Ânnen. Der “Wasserkrieg” endete mit einem Erfolg. Schlie├člich wurde jedoch der “Wasserleitungsverein Angfurten/B├╝ttinghausen e. V.” aufgel├Âst und der Anschluss an den Aggerverband erfolgte.

In den 60er Jahren f├╝hrte die angeordnete Flurbereinigung dazu, dass der Kamp in Angfurten abgeholzt wurde. Zeugen daf├╝r sind nur noch die beiden Buchen. Der Kamp verlief ├╝ber das Gel├Ąnde der heutigen H├╝hnerfarm, bis zu den noch erhaltenen Buchen. (s. Beschreibung des Angfurtener Wappens)
Die Flurbereinigung f├╝hrte aber auch dazu, dass die Angfurtener in Eigeninitiative f├╝r “saubere Stra├čenverh├Ąltnisse gesorgt haben. Es hei├čt, das die Angfurtener am Ortseingang die Stra├čenschuhe gegen Gummistiefel wechseln mussten, denn es gab noch keine befestigten Stra├čen, aber viel Kuhmist.

1966 wurde auf einem kostenlos gepachteten Grundst├╝ck in Eigenleistung ein Dorfhaus errichtet. Nach Auflagen der Stadt, in einer zerlegbaren Bauart und einer zeitlichen Beschr├Ąnkung von 10 Jahren. Anhand alter Belege, u. a. der Bielsteiner Brauerei wissen wir, dass die damals noch kleine Dorfgemeinschaft 80,5 Liter K├Âlsch und 20 Flaschen Bier problemlos verk├Âstigt haben. (1971 bat die Brauerei schriftlich um Verst├Ąndnis, dass der Preis f├╝r die Pitterm├Ąnnchen leider erh├Âht werden m├╝sste.)
Ebenfalls 1966 plante die Gemeinde Wiehl eine Ortzusammenlegung der Ortschaften B├╝ttinghausen und Angfurten mit Oberwiehl und einer anschlie├čenden Zusammenlegung von Oberwiehl und Wiehl. Es wurde f├╝r die Erhaltung des “Weilers” Angfurten gek├Ąmpft und schlie├člich wurde von der Gemeinde die weitere Eigenst├Ąndigkeit f├╝r Angfurten best├Ątigt.
Nach diesem Beschluss wurden in Angfurten erstmals Stra├čenbezeichnungen eingef├╝hrt. Dezember 1966 wurden folgende Stra├čennamen beschlossen: Angfurtener Stra├če, Sangerweg, D├╝mpelstra├če, Steinhardtstra├če, Hardtstra├če und Am Hang.

1968 erhielt Angfurten den 2. Preis bei dem Wettbewerb “Unser Dorf soll sch├Âner werden” der Gemeinde Wiehl f├╝r “die Sauberkeit im Dorf, das Aussehen der H├Ąuser und sch├Ânen Blumenschmuck”.

1971 nahm Angfurten wieder an dem Wettbewerb “Unser Dorf soll sch├Âner werden” teil. Angfurten wurde mit dem 5. Preis ausgezeichnet.

1994 nahm Angfurten mit einem Festwagen, der das Motto “Die Steenk├╝hler us Angfurten” hatte, an dem Umzug der Stadt Wiehl, anl├Ąsslich der 25 j├Ąhrigen Zusammenlegung von Wiehl und Bielstein teil. Die Angfurtener belegten den ersten Platz.
Ebenfalls in diesem Jahr, beteiligte sich Angfurten an dem Wettbewerb “Unser Dorf soll sch├Âner werden” und errang den Titel “Silberdorf”.

1995 wurde die neue Dorfgemeinschaft Angfurten e. V. gegr├╝ndet und der Kinderspielplatz am Dorfende in Eigenarbeit gebaut.

1996 wurde Angfurten bei dem Wettbewerb “Unser Dorf soll sch├Âner werden”, als “Golddorf” ausgezeichnet.

1997 wurde Angfurten an das Gasnetz angeschlossen. Viele der Au├čengastanks wurden abgebaut.

1999 erhielt Angfurten bei dem Wettbewerb “Unser Dorf soll sch├Âner werden”, den Titel als “Silberdorf”.
Ebenfalls in diesem Jahr wurde von Siegfried Haertel und der Dorfgemeinschaft Angfurten e. V. die “Chronik des Dorfes Angfurten von 1467 bis 1999” herausgegeben.

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2000 wurde von den Familien H├╝ttig und Richling ein Backes gebaut und an Backtagen angeheizt. Mit einem Hinweisschild wird jeder Backtag im Dorf angek├╝ndigt und jeder kann kommen um sein Brot oder seinen Kuchen zu backen. Dies ist bis heute ein beliebtes Treffen der D├Ârfler.

2001 war Angfurten “von der Welt abgeschnitten” (so ein Zeitungsbericht im Oberbergischen Anzeiger, vom 20.10.01). Aufgrund des Hochwassers wurde die Br├╝cke nach B├╝ttinghausen gesperrt und neu gebaut. Gegen Ende dieser Bauphase wurde parallel die Eckenhagener Stra├če in Richtung Oberwiehl gesperrt. Seit 2001 ist Angfurten auch im Internet vertreten.

2002 gab es einen Kinderflohmarkt und w├Ąhrend eines heftigen Herbststurmes einige Sch├Ąden im Ort. Ende November fand ein Adventsbasar mit selbst hergestellten Weihnachtsdekorationen und Leckereien in Angfurten statt.

2003 gab es neben dem Umwelttag, Osterfeuer, Sommerfest und der Nikolausaktion auch ein Verkehrssicherheitstraining der Polizei bei uns im Ort f├╝r unsere Kinder.

2004 fand das Sommerfest zum Jubil├Ąum “10 Jahre Dorfgemeinschaft Angfurten e. V.” in der Aula der Grundschule Oberwiehl statt - mit Service und bestelltem B├╝fett, damit die “sonst auf den Sommerfesten Arbeitenden” auch mal nur feiern konnten.

2005 hat Angfurten im Wettbewerb “Unser Dorf soll sch├Âner werden - unser Dorf hat Zukunft” den Titel als “Silberdorf” errungen. Au├čerdem erhielt das Dorf einen Sonderpreis f├╝r “Vorbildliche Initiativen beim Zusammenleben mit ├Ąlteren Menschen”.

2006 stellte Angfurten zur 875-Jahr-Feier von Wiehl einen Festwagen unter dem Motto “Angfurten im Wandel der Zeiten”. Der liebevoll gestaltete Festwagen, der fahrende Backes und die vielen Teilnehmer in den unterschiedlichsten Kost├╝men wurden belohnt: Angfurten erhielt den zweiten Platz in der Gruppe der Festwagen bei der anschlie├čenden Pr├Ąmierung.

2007 war ein “normales” Aktivit├Ątenjahr in Angfurten.

2008 hat Angfurten im Wettbewerb “Unser Dorf hat Zukunft” wieder den Titel als “Silberdorf” errungen. Au├čerdem erhielt das Dorf einen Sonderpreis f├╝r “Hervorragende Aktivit├Ąten des Miteinanders im demographischen Wandel”. Dazu gab es sogar einen Beitrag ├╝ber Angfurten bei Radio Berg.
Erstmals gab es im Dezember den “Lichterbaum” in der Ortsmitte.

2009 gab es neben den j├Ąhrlichen Veranstaltungen einen Kurs der Johanniter zum Thema “Lebensrettende Ma├čnahmen am Unfallort” f├╝r alle interessierten Angfurtener.

2010 war unser bisher hei├čestes Sommerfest mit Temperaturen von bis zu 37┬░. Die Herbstfahrt f├╝hrte, in einem voll besetzten Doppeldeckerbus, die Angfurtener in die Zoom-Erlebniswelt nach Gelsenkirchen.

2010 und 2011 waren extrem schneereiche Winter - die R├Ąumdienste kamen den Schneemassen nicht mehr hinterher. Die Nachbarschaft hat sich selber organisiert und so sind wir alle gut durch die Winter gekommen.

2011 wurde mit dem Bau des neuen Spielplatzes begonnen. Beim Wettbewerb “Unser Dorf hat Zukunft” hat Angfurten Silber erreicht und zus├Ątzlich gab es einen vom damaligen B├╝rgermeister W. Becker - Blonigen gestifteten Sonderpreis f├╝r einen “eigen initiierten Mehr - Generationen - Spielplatz”. Ein Filmteam hat oberhalb von Angfurten Szenen f├╝r eine TV-Produktion gedreht (“Das Bernsteinzimmer”).

2012 wurde der Sangerweg saniert und neue St├╝tzen f├╝r das Modell der Steenk├╝hlerbahn am Briefkasten gefertigt. Das ganze Modell wurde saniert. Im Herbst wurde der Spielplatz offiziell eingeweiht.

2013 wurde neben den ├╝blichen Aktionen (Umwelttag, Osterfeuer, Sommerfest, Wandertag und Nikolaus), ein gro├čer Arbeitseinsatz einberufen: als letzte Aktion zur Wiederherstellung des ehemaligen Spielplatzgel├Ąndes wurde die Benjeshecke von der Dorfgemeinschaft auf Wunsch der Grundst├╝cksbesitzer nicht entfernt, sondern nur zur├╝ck geschnitten. Die Dorfgemeinschaft bedankte sich noch einmal ganz herzlich, dass wir das Gel├Ąnde lange Zeit f├╝r den Spielplatz nutzen konnten.

2014 wurde der neue Spielplatz um eine Ger├Ąteh├╝tte erweitert. Beim Wettbewerb “Unser Dorf hat Zukunft” hat Angfurten den 1. Platz belegt und wurde mit Gold ausgezeichnet. In diesem Jahr ging der Nikolaus nicht von Haus zu Haus in Angfurten, sondern es trafen sich alle mit dem Nikolaus und dem Musikzug der Feuerwehr im Paul-Schneider-Haus zum Adventskaffeetrinken.

2015 gab es neben den j├Ąhrlichen Aktionen ein weihnachtliches Angfurten. Bereits im Fr├╝hjahr war der Plan entstanden, zur Adventszeit nicht nur einen Lichterbaum in der Ortsmitte zu haben, sondern den gesamten Ort weihnachtlich zu schm├╝cken. So wurden viele Holzaufh├Ąnger und -figuren gebastelt und im gesamten Ort verteilt. Den Lichterbaum gab es dann doch nicht, da die Tanne gef├Ąllt werden musste.

2016 war ein “normales” Aktionsjahr, jedoch fiel der Wandertag jahreszeitlich bedingt (echt mieses Wetter) aus. Der Nikolaus ist wieder von Haust├╝r zu Haust├╝r gegangen und hat seine S├Ąckchen verteilt. Anschlie├čend trafen sich alle zusammen mit dem Musikzug der Feuerwehr bei frischen Reibekuchen, Gl├╝hwein und Keksen im Ort. Auch einen Lichterbaum gab es wieder.

2017 ist das Jubil├Ąumsjahr “550 Jahre Angfurten”.